Gewinner 2015

Innovation im Kinosaal

Zum dritten Mal hat der GCSC bei seinem Neujahrsempfang inFrankfurt/Main den Europäischen Innovationspreis Handel und Innenstadtverliehen. Nicht nur die Preisträger waren dabei innovativ, sondern auch der Veranstaltungsort.

Als Vorstands-Chef Klaus Striebich beim Neujahrsempfang des German Council of Shopping Centers (GCSC) in die Zukunft blickt, sagt
er den 300 Gästen, der Verband habe sich viel vorgenommen: neue
Angebote schaffen, und bestehende Angebote wolle der GCSC ausbauen. »Ideen und Innovation sind uns wichtig. Herausforderungen
gibt es ja schließlich jeden Tag genug.«

 

Ja, Innovation ist wichtig. Egal für welche Branche. Wer sich dem Wandel gegenüber sperrt, bleibt stehen – oder verschwindet vom Markt. Der Mensch möchte immer wieder aufs Neue überrascht werden. Durchschnitt langweilt ihn. Insofern hat der Ort, den die Veranstalter für den Auftakt des Neujahrsempfangs wählten, durchaus Symbolcharakter: Denn die Astor Film Lounge in der Frankfurter Zeilgalerie ist mehr als nur ein gewöhnliches Kino.


Ein diffus beleuchteter Raum. Keine klebenden Popcorn-Reste auf abgewetzten Teppichböden, sondern ein edles, entspanntes Ambiente. Bei Filmvorführungen kommen Kellner an den Platz und reichen dem Gast die Weinkarte. Es gibt bequeme Ledersessel, manche ausklappbar, andere mit beigestelltem Fußhocker. Viel Beinfreiheit, geräumiger als die Business Class im Flugzeug. »Bequemer haben wir bei einem Neujahrsempfang noch nie gesessen«, scherzte dann auch GCSC-Vorstandsmitglied Markus Trojansky.


Die Frankfurter kommen gern in diese, wie GCSC-Chef Striebich sie nennt, »ungewöhnlichen Hallen«. Filmfans zahlen für die Astor-Lounge-Tickets gerne ein paar Euro mehr als im Multiplex-Kino. Obwohl das Kino in Zeiten von Online-Tauschbörsen und kopierten DVDs schon oft für tot erklärt wurde, wird das Konzept der Astor Film Lounge von den Kunden angenommen. Die Lounge hat sich den Wünschen des Publikums angepasst. Auch das ist Innovation.


In der gesamten Republik gibt es genügend weitere Akteure, die auf spannende Ideen setzen – und das Durchhaltevermögen haben, sie Realität werden zu lassen. Das zeigte sich bei der Verleihung der Innovationspreise, die der GCSC in diesem Jahr zum dritten Mal in den
Kategorien »Handel« und »Innenstadt« vergeben hat.


Den Europäischen Innovationspreis in der Kategorie »Innenstadt« sprachen die Mitglieder der 25-köpfigen Jury der Rindermarkthalle auf St. Pauli zu. Den 1951 erbauten, 14.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex hat die Edeka-Nord-Gruppe im vergangenen Herbst nach rund zweijähriger Sanierung wieder belebt. Ein mutiger Schritt, denn zuvor waren andere Lebensmittelhändler an gleicher Stelle bereits gescheitert. Eine Besonderheit an der Rindermarkthalle ist, dass es sich nicht nur um ein Einkaufszentrum mit Markthalle handelt, sondern dass dort auch Initiativen und Gruppen aus dem Stadtteil günstig Büros anmieten können.


Das Jury-Votum zugunsten der Rindermarkthalle war offenbar haarscharf: GCSC-Vorstand Trojansky sprach von einer »sauknappen« Entscheidung.

 

Ebenfalls nominiert waren das nordrhein-westfälische »City Outlet Bad Münstereifel« und der »Time Out Mercado da Ribeira« in Lissabon. Als Innovations-Sieger in der Kategorie »Handel« kürte die Jury das 2014
eröffnete »Bikini Berlin«. GCSC-Vorstand Christine Hager überreicht Dr. Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Eigentümer
Bayerische Hausbau, den Preis und wies in ihrer Laudation darauf hin, dass die Concept Mall in der Nähe des Zoologischen Gartens und der Gedächtniskirche mehr sein möchte als ein klassisches Shopping Center: Auf große Filialisten verzichtete der Investor Bayerische Hausbau weitgehend, dafür setzte er konsequent auf Mode und Design – auch, indem er Newcomern anbietet, ihre Waren zeitlich begrenzt und flexibel in Pop-Up-Stores anzupreisen.

 

Zu den Nominierten in der Endrunde gehörte die Online-Plattform »Foodist«, über die der Kunde hochwertige Gourmet-Produkte bestellen kann, und die Macher des Berliner Ladens »Original unverpackt«, der komplett ohne Verpackungsmaterial auskommt.

Verleihung des GCSC-Nachwuchspreises für journalistische Arbeit

Mit dem »GCSC Nachwuchspreises Journalismus« wurde die angehende Journalistin Franziska Deus von Vorstand Klaus Striebich und dem Stifter Thomas Mark, Präsident von MK-Illumination ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede gab die Journalistin vor den Vertretern der Handelsimmobilien-Branche offen-charmant zu, dass sie »eine begeisterte Online-Shopperin« sei. GCSC-Chef Striebich konterte souverän: »Da werden wir Sie noch vom Gegenteil überzeugen.« Ein Jahr hat Striebich dafür Zeit. Die 24-jährige Berlinerin wird in den kommenden zwölf Monaten die Arbeit des German Council of Shopping Centers kennenlernen und darüber berichten.